
Strisselspalt
Hopfen
Was ist Strisselspalt? So heißt eine Hopfensorte aus dem Elsass, eine alte Landsorte, die sich über viele Jahre an die Gegend bei Straßburg angepasst hat. Sie gilt als wichtigster Aromahopfen der Region.
Früher war das Land voll davon. Vor dem Ersten Weltkrieg standen im Elsass rund 4.600 Hektar Hopfen. Heute sind es nach Angaben aus der Hopfenbranche etwa 470 Hektar, davon rund 200 Strisselspalt und 70 Aramis, den Rest teilen sich neuere Sorten.
Strisselspalt reift spät im Jahr und bringt etwa 1.500 bis 2.000 Kilogramm je Hektar. Seine Alphasäuren, die beim Kochen die Bittere liefern, liegen bei nur 3 bis 5 Prozent. Das ist wenig. Deshalb ist der Strisselspalt kein Bitterhopfen, sondern ein Hopfen für Duft: blumig, würzig, mit einem Hauch von Zitrus.
Bei Kronenbourg 1664 setzt die Brauerei nach eigenen Angaben auf diese Sorte, und ihr Zitrus- und Blütenduft gehört zum Erkennungszeichen des Biers. Die Pflanze steht dafür auf Feldern in der Ebene nördlich von Straßburg, wo sie im Sommer an Drähten bis in mehrere Meter Höhe klettert. Geerntet wird im Spätsommer, und die Dolden müssen danach rasch getrocknet werden, damit ihr Duft nicht verfliegt.
Wo liegt der Unterschied zwischen Bittere und Aroma? Bitterhopfen kommt früh in die kochende Würze, das ist die gezuckerte Flüssigkeit vor der Gärung, und gibt die Schärfe, die man in IBU misst. Aromahopfen kommt spät und gibt Duft. In der Liste der EU-geschützten Hopfennamen taucht der Strisselspalt nicht auf.