
Flüsse & Keller
Wasser & Boden
Meurthe, Mosel und Maas durchziehen Lothringen, im Osten stehen die Vogesen. An der Meurthe liegt auch Saint-Nicolas-de-Port, wo das Brauereimuseum steht. Brauwasser ist der größte Teil jedes Biers, und deshalb fragt man bei einer Brauerei zuerst, woher es kommt.
Wie hart ist Brauwasser, und was macht das aus? Hartes Wasser enthält viel gelösten Kalk und Gips, weiches Wasser wenig. Weiches Wasser wie in Pilsen passt zu hellem, hopfenbetontem Bier, sulfatreiches wie in Burton upon Trent betont die Bittere. Karbonatreiches Wasser, wie es München hat, kommt dunklen Malzen entgegen.
Ob diese Regeln für Lothringen gelten, ist heute eine akademische Frage. Nahezu alle Brauereien bereiten ihr Wasser auf, mit Enthärtung, Umkehrosmose oder Salzzugabe. Die Landschaft prägt den Charakter der Biere also viel weniger als früher.
Wichtiger war lange das Klima. Lothringen hat Winter, die hart genug sind, um Keller und Eis nutzbar zu machen. Untergärige Biere müssen kühl reifen, und vor der Kältetechnik half dabei nur die Lage im Boden.
Im Museum von Saint-Nicolas-de-Port lässt sich nachvollziehen, wie eine Brauerei das Wasser nutzt, vom Maischen bis zur Kühlung. Die Räume stehen noch, die Bottiche glänzen, und man begreift, warum Brauereien früher an Flüssen entstanden.
Auch Nancy, die Hauptstadt der Region, liegt an der Meurthe. Rund um die Stadt standen die meisten der vielen Brauereien, die Lothringen einmal hatte. Wer heute dem Fluss folgt, sieht an manchen Ufern noch alte Fabrikbauten, in denen Wasser, Malz und Hopfen zu Bier wurden.