
Granit und Regen
Wasser & Boden
Cornwall besteht zu großen Teilen aus Granit, auf dem Bodmin Moor und rund um St Austell liegen die Granitkuppen unter einer dünnen Erdschicht. Regenwasser, das durch solches Gestein sickert, nimmt kaum Mineralien auf und gilt deshalb als weich. Hinzu kommen die Kaolingruben bei St Austell, für die der zersetzte Granit abgebaut wurde. Verlässliche Härtewerte für einzelne Brauereien liegen hier nicht vor, deshalb bleibt es bei dieser Faustregel.
Weiches Wasser macht ein Ale nicht von selbst mild. Die Bittere eines Biers wirkt bei wenig Mineralien runder, bei viel Sulfat, wie im berühmten Burton, deutlich trockener und schärfer. Im Südwesten fehlt dieses Gipswasser, dafür bleibt viel Raum für Malz und Hopfenaroma.
Wie fast überall braut man heute nicht mehr mit dem Wasser, das gerade aus dem Boden kommt. Die Brauereien bereiten es auf, ziehen Mineralien heraus oder geben gezielt Salze zu. Das Landschaftsbild bleibt trotzdem prägend: Salzluft, Wind und viel Regen gehören zum Alltag der Brauer und Wirte. Wer am Meer braut, arbeitet mit anderem Wetter als im Binnenland, auch wenn davon im Glas kaum etwas ankommt.
Auch bei der Lagerung zählt das Klima. Cask Ale reift im Pubkeller bei kühler, aber nicht eiskalter Temperatur. In Cornwall mit seinem milden, feuchten Wetter bleibt der Keller meist gleichmäßig temperiert, ein Vorteil für ein Bier, das frisch aus dem Fass getrunken wird und keinen Kühlschrank braucht.