
Maltmen und Gerste
Malz & Getreide
Bevor es Fabriken gab, hatten die Mälzer in Glasgow eine eigene Zunft, die Incorporation of Maltmen. Der Name sagt, worauf es ankam: Ohne Malz kein Bier. Mälzen heißt, Gerste in Wasser anzukeimen und dann zu trocknen, in der Darre, einem beheizten Raum, in dem das Korn bei steigender Hitze Farbe und Geschmack bekommt. Wer länger und heißer darrt, bekommt dunkleres, röstigeres Malz, wer schonend trocknet, hellt das Bier auf.
Schottland baut viel Gerste an, ein großer Teil davon geht an die Whiskybrennereien. Für Bier gilt dieselbe Zutat, nur der Weg ist ein anderer: Die Brennereien machen aus dem Malz Alkohol und destillieren, die Brauereien lassen das Bier einfach vergären. Das Malz selbst ist dasselbe Grundprodukt. Dass beide Branchen im Land nebeneinander wachsen, hat dem schottischen Malz einen guten Ruf verschafft.
Ein helles Lager wie das Tennent's-Lager lebt von hellem Malz. Es ist schonend gedarrt und gibt dem Bier eine strohgelbe bis goldene Farbe und einen weichen, leicht brotigen Kern. Je heller das Malz, desto klarer treten Hopfen und Hefe hervor.
Beim WEST-Bier ist die Regel strenger. Das Reinheitsgebot erlaubt nur Gerstenmalz, Hopfen, Wasser und Hefe, und die Brauerei hält sich nach eigenen Angaben für alle ihre Biere daran.
Die traditionelle schottische Gegenseite sind die dunkleren Ales, bei denen mehr geröstetes Malz im Kessel liegt. Das Scottish Heavy bleibt malzbetont, süßlich und karamellig, mit wenig Hopfen. Es kommt aber in Glasgow eher als Pub-Klassiker vor denn als Marke der großen Brauereien.