
Haggis, Skink, Cranachan
Essen & Bierkultur
Was isst man zu schottischem Bier? Haggis mit Neeps und Tatties, also einer Füllung aus Innereien und Hafer mit Steckrüben und Kartoffeln, schmeckt würzig und pfeffrig und verlangt nach einem malzigen, wenig gehopften Ale. Ein Scottish Heavy hält dagegen, ohne zu überrollen.
Cullen Skink, die dicke Suppe aus geräuchertem Schellfisch, Kartoffeln und Zwiebeln, benannt nach dem Küstenort Cullen, wirkt mit einem milden Ale am besten. Geräucherter Lachs verträgt das blumige Fraoch, weil dessen Heideton den Rauch aufnimmt.
Zum Nachtisch gibt es Cranachan, eine Schichtspeise aus Himbeeren, Haferflocken, Sahne und Whisky. Ein Wee Heavy mit seiner Toffee-Süße steht dazu wie ein flüssiger Nachtisch daneben, er braucht aber ein kleines Glas.
In den Pubs der Inseln mischen sich Fassbier, Whisky und Geschichten. Auf Skye und Orkney sitzt man lange, und das Bier kommt oft von der Brauerei, die man auf dem Hinweg gesehen hat. Whisky ist hier nie weit, aber wer Bier bestellt, bekommt ein Pint und kein Schnapsglas.
Gefeiert wird zur Burns Night am 25. Januar, dem Geburtstag des Dichters Robert Burns, mit Haggis und Whisky. Im Sommer finden die Highland Games statt, bei denen Wettkämpfe, Dudelsack und Bierzelte zusammenkommen. Trinkgrößen sind das Pint und das Half, also das halbe Pint. Wer ein starkes Bier probieren will, bestellt es meist in der kleinen Größe und lässt sich Zeit dabei, denn zum Essen und Erzählen gehört in Schottland vor allem Geduld.