
Wee Heavy, Heidebier
Bierstile
Was ist ein Wee Heavy? Ein starkes schottisches Ale, dunkel bis kupferfarben, süß und malzig, mit Karamell, Toffee und manchmal einem Hauch Rauch. Der Name bedeutet etwa „kleiner Schwerer“ und kommt aus dem schottischen Dialekt. Das Cuillin Beast von Skye, ein Scotch Ale beziehungsweise Wee Heavy, wurde 2011 zum Champion Beer of Scotland der CAMRA gewählt.
Wie unterscheidet sich ein Scottish Heavy davon? Er ist der schlanke Bruder: Wenig Alkohol, niedrige Stammwürze, malzig und sanft, mit kaum Hopfen. Die kräftigen Wee Heavys dagegen kommen mit dem Doppelten an Alkohol. Beide gehören zu den Ales und verwenden obergärige Hefe. Der Unterschied liegt also nicht in der Gärung, sondern in der Stärke des Sudes: Je mehr Malz im Kessel, desto kräftiger wird der Wee Heavy.
Vom englischen Bitter trennt beide die Hopfenmenge. Ein Best Bitter liegt bei 25 bis 40 IBU, ein Scottish Heavy bei 10 bis 20. Der Schotte schmeckt deshalb süßer, runder und brotiger, der Engländer trockener und erdiger.
Das Heidebier lässt sich dagegen in keine Norm pressen. Der Leitfaden BJCP führt keinen eigenen Stil dafür, darum stehen für Fraoch auch keine Zahlen im Steckbrief. Gemeint ist ein Ale mit Heidekraut, das nach Blüten und Honig duftet. Dazu kommen Black Cuillin von Skye, ein dunkles Ale mit Hafer und Heidehonig, und das Kelpie mit Seetang.
Kein Stil der Region ist ein Lagerbier, und keiner trägt einen geschützten Namen. Die Steckbriefe geben deshalb den Wettbewerbskorridor wieder, nicht die Rezeptur einer einzelnen Brauerei.
Scottish Heavyobergärig
- Stammwürze
- 8,8–10 °P
- Alkohol
- 3,3–3,9 % vol
- Bittere
- 10–20 IBU
- Farbe
- 24–39 EBC
Kupfer bis Braun, Brot und Karamell, kaum Hopfen, sanft und rund.