
Bitter, Strong Ale
Bierstile
Was ist Kentish Ale? Ein Ale, das nach den Herkunftsregeln des g.g.A.-Siegels in Faversham gebraut wird, mit Brunnenwasser, einer überlieferten Hefe und Hopfen aus Kent. Im Glas ist es ein goldbraunes bis kupferfarbenes Bitter: mittlerer Körper, ein Geruch nach Keks und Orangenmarmelade, im Abgang trocken und mit blumiger Bittere.
Das ist verwandt mit dem englischen Best Bitter. Bitter heißt hier nicht, dass das Bier besonders bitter wäre. Der Name stammt aus der Pubsprache, in der das Bier dem milderen Mild gegenübergestellt wurde. Dem Namen nach ist es Bitter, im Geschmack ist es eher ausgewogen.
Kentish Strong Ale ist die kräftigere Schwester. Sie hat mehr Stammwürze, also mehr gelösten Zucker in der Würze vor der Gärung, deshalb auch mehr Alkohol. Sie schmeckt nach Trockenfrüchten, Toffee und Honig, wärmend und rund. Nach dem englischen Stilmaß liegt sie bei Strong Bitter, auch ESB genannt, wobei die beiden Namen im Handel nicht deckungsgleich sind.
Der Unterschied zu einem deutschen Altbier oder Kölsch liegt vor allem im Hopfen und in der Reifung. Englische Ales schmecken weicher, fruchtiger und weniger kohlensäurehaltig. Das Pilsner dagegen ist untergärig, kälter vergoren und knackiger gehopft.
Die Steckbriefe unten zeigen die Spannen der englischen Stilnorm, nicht eine einzelne Marke. Einzelne Biere können davon abweichen, und ein Brauer darf sein Rezept jederzeit ändern. Wer vergleichen will, probiert beide Stile nacheinander und achtet auf Körper, Süße und Bittere.
Best Bitter (Kentish Ale)obergärig
- Stammwürze
- 10–11,9 °P
- Alkohol
- 3,8–4,6 % vol
- Bittere
- 25–40 IBU
- Farbe
- 16–32 EBC
Goldbraun bis kupfern, Keks und Orange, blumige Bittere, trockener Abgang.