
Cawl und Rugby
Essen & Bierkultur
Zu welchem Essen passt Bier in Wales? Zuerst zu Cawl, dem Eintopf aus Lammfleisch, Lauch und Wurzelgemüse, der als walisisches Nationalgericht gilt. Ein goldenes Pale Ale schneidet das Fett des Lamms, und ein Best Bitter passt zur Brühe, weil es sie nicht überdeckt. Cawl wird in Pubs ebenso aufgetischt wie bei Hochzeiten und Eisteddfodau, den walisischen Kulturfesten.
Welsh Rarebit ist ein überbackener Käsetoast mit Ale, Senf und Worcestershiresauce, meist mit Caerphilly oder kräftigem Cheddar. Das Bier steckt in der Soße und steht daneben im Glas. Ein Stout oder ein Dark Mild passt gut zu dem salzigen, scharfen Käse. Wer es gern anders mag, probiert die Glamorgan Sausage aus Käse und Lauch.
An der Küste kommt Laverbread auf den Teller. Es ist gekochter Seetang, der zu einem dunklen Püree wird und nach Meer und Jod schmeckt. Dazu gibt es traditionell Herzmuscheln und Speck. Für die Süße am Schluss sorgen Welsh Cakes und Bara Brith, ein Teekuchen mit Trockenfrüchten, der oft mit Tee statt mit Bier gemacht wird.
Zum Wochenende gehört der Rugbytag. Rund um das Principality Stadium in Cardiff füllen sich die Pubs, die Gäste singen die Hymne „Hen Wlad fy Nhadau“ und bestellen Runden: Wer an der Reihe ist, holt für die ganze Gruppe. Man stößt mit „Iechyd da“ an, was „gute Gesundheit“ heißt. Ein Pint mit 568 Millilitern genügt für den Anfang, und ein Half Pint ist völlig in Ordnung.