
Regen und Fels
Wasser & Boden
Welches Wasser braucht ein Bitter aus Wales? Eher weiches, denn die feuchte Westküste und die alten, harten Gesteine von Snowdonia und den Cambrian Mountains liefern Regenwasser, das kaum Mineralien aus dem Boden löst. Exakte Härtewerte für einzelne Brauereien gibt es hier nicht, und das ist nicht schlimm, weil die meisten Brauer ihr Wasser ohnehin aufbereiten.
Weiches Wasser lässt die Bittere im Glas sauber und rund wirken. Härteres, karbonatreiches Wasser wie in manchen Industrietälern betont dagegen dunkle Malze. Das passt gut zu einem Dark Mild, denn die Karbonate puffern die Säure der Röstmalze ab. Beim hellen Bitter dagegen darf nichts stumpf wirken, weshalb Brauer das Wasser dort gezielt anpassen.
Der Boden Südwales ist von der Kohle geprägt. Zwischen den engen Tälern der Valleys und dem Hafen Cardiff liegen Sandstein, Schiefer und Kohleflöze. Die Bergbaugeschichte hat die Orte gebaut, in denen später so viele Pubs standen. Die Brecon Beacons im Norden bestehen aus rotem Sandstein, und ihre Bäche gelten als Wasserspender für die Region.
Das Klima nützt dem Keller. Der Atlantik hält die Sommer kühl und die Winter mild, ein Pubkeller bleibt dadurch ohne große Technik bei gleichmäßigen zehn bis zwölf Grad. Für Cask Ale, das im Fass nachreift und nicht pasteurisiert wird, ist das ideal. Schwankt die Temperatur im Keller stark, leidet das Bier, deshalb ist das ausgeglichene Wetter am Meer ein echter Vorteil für jeden Wirt. Wie es dort weitergeht, steht in der Station zu Hefe und Gärung.