
Sonntagsbraten und Pub
Essen & Bierkultur
Zum Sonntagsbraten gehört in Yorkshire der Yorkshire Pudding, ein luftiger Teig aus Mehl, Eiern und Milch, der im heißen Fett aufgeht. Zum ersten Mal beschrieb ihn Hannah Glasse 1747 in einem Kochbuch, damals als Fettpudding, der unter dem Bratspieß das Fleischfett auffing.
Warum passt dazu ein Bitter? Das Malz des Bieres spiegelt die Röstaromen des Bratens, und die sanfte Bittere schneidet durch das Fett von Bratensoße und Pudding. Ein kohlensäurearmes Ale schmeckt dabei nicht so schwer wie ein Starkbier.
Im Pub ist das Fass der Mittelpunkt. Man bestellt am Tresen, nicht am Tisch, und kehrt dorthin auch zurück, wenn das Glas leer ist. Das Pint ist das übliche Maß, wer weniger will, bestellt ein Half.
Aus den Dales kommt der Wensleydale-Käse. Er schmeckt mild und leicht säuerlich, und in Yorkshire isst man ihn gern mit Obstkuchen. Ein Old Ale wie Old Peculier harmoniert mit dieser Süße, ein Best Bitter mit dem Käse selbst.
Auch Yorkshire Pudding hat den Weg ins Bier gefunden. Eine Brauerei in Malton braute 2019 ein Bier mit einem halben Pudding pro Flasche, und Northern Monk in Leeds folgte mit einem Brown Ale namens Sunday Roast. Beide sind Spielerei, aber sie zeigen, wie fest das Gericht zur Region gehört. Die klassische Kombination bleibt aber ein Pint Bitter zum Sonntagsessen im Pub, am liebsten nach einem langen Spaziergang durch die Dales.