
Pint und Handpumpe
Verkosten
Wie trinkt man ein Bitter aus Yorkshire? Aus dem Pint, einem Glas mit 568 Millilitern, in der Regel nicht eisgekühlt. Im Pubkeller liegen Fassbiere meist bei etwa 11 bis 13 Grad, deutlich wärmer als ein Pils.
Das Bier kommt aus dem Fass an der Handpumpe. Der Wirt zieht den Hebel mehrmals durch, und das Bier fließt ohne zusätzliche Kohlensäure ins Glas. Es schäumt deshalb weicher und perlt weniger als ein Fassbier aus der Zapfanlage. Frisch angestochen ist es oft trüb, nach wenigen Stunden setzt sich die Hefe, und das Bier wird klar.
In Nordengland setzen viele Pubs einen Sparkler auf den Auslauf, einen Aufsatz mit kleinen Löchern, der das Bier aufschäumt und dem Glas eine dichte weiße Krone gibt. Wie viel Schaum man mag, ist Geschmackssache und Streitthema zwischen Nord und Süd.
Probieren lässt sich das Spektrum an wenigen Beispielen. Timothy Taylor Landlord gilt vielen als Maßstab des Yorkshire-Bitters, Black Sheep Ale stammt aus Masham, und Theakston Old Peculier zeigt die dunkle Seite. Wer sie nebeneinander probiert, schmeckt, wie weit ein Bitter und ein Old Ale auseinanderliegen können.
Beim ersten Schluck lohnt der Blick auf drei Dinge. Wie riecht es, nach Brot, nach Gras oder nach Karamell? Wie trocken ist der Abgang? Und wie lange bleibt die Bittere im Mund? So bekommt man ein Gefühl für den Stil, ohne ihn auswendig lernen zu müssen.