
Röstgerste und Karamell
Malz & Getreide
Was macht ein Irish Red rot? Zum Malz kommt ein kleiner Anteil Röstgerste, also Gerste, die nicht gemälzt, sondern direkt geröstet wird. Sie färbt das Bier rubinrot und gibt ihm einen leisen Kaffeeton. Dazu kommen Karamellmalze, die Süße und Toffeenoten liefern. Die Mischung entscheidet darüber, ob ein Red eher nach Keks oder nach Röstung schmeckt.
Der Südosten Irlands ist ein Gerstenland. Gerste ist in Irland die wichtigste Ackerfrucht, und die Fläche der Sommergerste liegt im zehnjährigen Durchschnitt bei rund 123.000 Hektar. Im Gebiet um Kilkenny, Carlow, Wexford und das benachbarte Kildare wächst ein großer Teil davon, und Mälzereien in der Nähe verarbeiten sie.
Die bekannteste ist Minch Malt in Athy, gleich hinter der Grenze zu Kildare. Matthew Minch eröffnete sein erstes Mälzereigeschäft dort um 1845. 1921 verband sich die Firma mit dem Mälzer P. R. Norton, der Standorte in den Grafschaften Carlow, Laois und Kilkenny hatte. Heute gehört Minch Malt zu Boortmalt und arbeitet nach eigenen Angaben mit mehr als 600 Landwirten zusammen.
Mälzen heißt: Die Gerste wird angefeuchtet, damit sie keimt, und dann in der Darre getrocknet. Dabei entstehen Enzyme, die später Stärke in Zucker verwandeln. Je länger und heißer man darrt, desto dunkler und röstiger wird das Malz. Für ein Red genügt eine mäßige Röstung, denn das Bier soll rotbraun bleiben und nicht schwarz werden. Wer ein dunkles Stout daneben stellt, sieht den Unterschied sofort: Dort ist die Röstgerste der Hauptdarsteller, hier nur eine Würze.