
Importierte Dolden
Hopfen
Wird in Irland Hopfen angebaut? Historisch kaum. Irland führte seinen Hopfen aus England ein, allein über Dublin kamen 1752 mehr als 500 Tonnen englischer Hopfen ins Land. Noch heute stammen die Dolden für die meisten Brauereien aus Importen, und der Südosten bildet keine Ausnahme. Auch die Brauer von Smithwick's in Kilkenny verließen sich auf Hopfen, den man von außen beschaffte. Das ist ein Grund, warum irische Biere im Vergleich mit englischen und amerikanischen so leise und rund wirken: Die Hopfenmenge war nie der Mittelpunkt.
Im Irish Red steht der Hopfen im Hintergrund. Die Stilnorm gibt eine Bittere von 18 bis 28 IBU an. Das ist die Maßeinheit für die Bittere, und sie liegt hier deutlich unter einem Pale Ale mit kräftigen Aromahopfen. Ein Red lässt dem Malz den Vortritt: Die Süße von Karamell und Keks wird nur vom Hopfen ausgeglichen.
Oft dienen englische Sorten als Vorbild, die eher erdig, würzig oder leicht blumig schmecken als fruchtig. Ein Teil davon wird früh im Sud zugegeben, weil er die Bittere liefert, ein kleinerer Teil kommt spät, damit etwas Aroma im Bier bleibt.
Einzelne irische Höfe bauen inzwischen selbst Hopfen an. Bekannt ist der Hopfenhof von Wicklow Wolf an den Hängen des Djouce Mountain in der Nachbargrafschaft Wicklow. Er ist eine Ausnahme und steht für eine junge Craft-Szene, die ihre Zutaten gern aus der Nähe bezieht.