
Quellen am Gebirgsrand
Wasser & Boden
Welches Wasser braucht ein helles Lagerbier? Am besten weiches, denn dann bleibt die Bittere des Hopfens mild. Härte bedeutet gelöste Kalk- und Magnesiumsalze, und viel davon macht ein Bier schnell kantig. Pedavena setzt von Anfang an auf Quellwasser aus den Bergen.
Die Brüder Luciani suchten 1897 einen Ort mit guten Quellen und fanden ihn am Fuß der Dolomiti Bellunesi. Dort sickert Regen und Schmelzwasser durch das Gebirge und tritt klar und kalt wieder aus. Den Standort der Brauerei erklärt die Firmengeschichte ausdrücklich mit diesen Quellen.
Im Norden Friauls ragen die Karnischen und die Julischen Alpen auf, im Süden liegt die flache Bassa Friulana. Dort steht die Brauerei von Castello in San Giorgio di Nogaro, nicht weit von der Lagune von Marano und der Adria. Hier kommt das Wasser aus dem Boden der Ebene, nicht aus dem Fels.
Auch eine Craft-Brauerei wirbt mit dem Berg. Das Birrificio Gjulia der Brüder Marco und Massimo Zorzettig nennt nach eigenen Angaben Quellwasser vom Monte Mia als Grundlage seiner Biere.
Das Klima verlangt Kühlung. Die Sommer in der Ebene sind heiß, und ein untergäriges Bier gärt und reift nur bei niedrigen Temperaturen sauber. Luigi Moretti verband deshalb 1859 Brauerei und Eisfabrik. Heute sorgen Kältemaschinen und gekühlte Tanks dafür, was damals das Eis aus der Fabrik leistete. Die Brauerei braucht außerdem viel Wasser zum Spülen und Kühlen, weshalb Standorte nahe am Gebirge oder an einer Wasserader bis heute Vorteile haben.