
Alpenwasser, Mergelhügel
Wasser & Boden
Wer in Biella braut, hat die Alpen im Rücken, und mit ihnen Bäche, die aus Schnee und Fels gespeist werden. Menabrea wirbt mit reinem Wasser aus den Biellaer Alpen; das ist die Aussage der Brauerei, zu Härtewerten nennt sie keine Zahlen. Weiches Wasser ist in Gebirgslagen allerdings nichts Ungewöhnliches, und es passt zu einem schlanken hellen Lager.
Warum prägt das Brauwasser überhaupt den Geschmack? Gelöste Mineralien wie Kalk oder Sulfat verändern, wie bitter ein Bier wirkt und wie rund der Körper. Ein sehr mineralarmes Wasser lässt Malz und Hopfen klar hervortreten, ein hartes Wasser betont Bittere. Brauer korrigieren das heute oft mit Salzen, doch der Ausgangspunkt bleibt die Quelle.
In den Langhe sieht die Landschaft anders aus: sanfte Rebhügel auf Mergel, einem Gemisch aus Kalk und Ton, das den Weinen ihre Struktur gibt. Dieser Boden ist der Grund, warum sich dort Bier und Traube so gut treffen. Der Most, der später ins Bier fließt, stammt von denselben Hängen wie die großen Rotweine der Gegend.
Im Herbst liegt Nebel über den Hügeln. Das italienische Wort dafür, nebbia, wird gern als Namensgeber der Nebbiolo-Traube genannt. Für die Lagerung ist das Klima weniger entscheidend als der Keller: Menabrea beschreibt Höhlen im Berg, in denen es das ganze Jahr kühl bleibt und ein Lager in Ruhe reifen kann.
Heute braut man selbstverständlich mit moderner Kühltechnik. Aber die Vorstellung, dass Gestein, Wasser und kühle Luft zusammen ein Bier machen, steckt tief im Selbstbild der Region.