
Jerk und Rum-Shop
Essen & Bierkultur
Was isst man in Jamaika zum Bier? Zuerst Jerk. Dabei wird Schwein, Huhn, Ziege oder Fisch mit einer scharfen Würzmischung eingerieben, aus Piment, Thymian und Scotch-Bonnet-Chili, und über Holz vom Pimentbaum gegart. Das Holz gibt einen rauchig-süßen Duft, den man nicht mit Grillkohle erreicht. Das Fleisch ist scharf, fettig und salzig, und ein kaltes Lager dämpft die Schärfe.
Als Heimat des Jerk gilt der Bezirk Portland im Nordosten der Insel. Am Boston Bay stehen noch heute die Jerk-Stände, deren Gruben auf die 1940er Jahre zurückgehen. Die Überlieferung führt das Verfahren auf die Maroons zurück, entflohene Versklavte, die in den Bergen Wildschweine in Erdgruben garten. Das ist eine mündliche Überlieferung, keine lückenlos belegte Geschichte.
Das Nationalgericht Ackee mit Saltfish verbindet das Fruchtfleisch der Ackee, das nach dem Garen wie Rührei wirkt, mit gesalzenem Stockfisch. Dazu passt ein mildes Lager, weil es weder den Fisch noch die zarte Frucht überdeckt. Zu kräftig geschmorten Gerichten mit dunkler Sauce passt eher das Stout, dessen Röstaroma zur Sauce passt.
Bierkultur findet auf Jamaika oft im Rum-Shop statt, einer kleinen Bar an der Straße, wo es Flaschen kalt aus der Truhe gibt. Getrunken wird dort meist aus der Flasche. Die Stubby-Flasche gehört zum Straßenbild der Insel, ebenso wie der Rum, der in solchen Bars ausgeschenkt wird.
Gefeiert wird vor allem am Unabhängigkeitstag, dem 6. August, und dann steht neben Rum auch das Bier auf dem Tisch. In der Hitze gilt wie überall: Wasser dazu und Maß halten.