
Gerste, Röstmalz, Zucker
Malz & Getreide
Aus welchem Malz wird Red Stripe gebraut? Aus Gerstenmalz, wie fast jedes Lagerbier. Malz entsteht, wenn man Gerstenkörner anfeuchtet, bis sie keimen, und den Keimling dann durch Trocknen, die Darre, stoppt. Gerste liebt kühle, lange Wachstumszeiten. Im tropischen Klima Jamaikas gedeiht sie nicht, und so ist die Brauerei auf Malz aus anderen Ländern angewiesen.
Das Leitbild des Red Stripe ist hell, goldfarben und leicht süßlich im Auftakt. Es soll nicht schwer wirken, wenn es nach einem heißen Tag in der Hand liegt, und dafür sorgt helles Malz, das dem Bier wenig Farbe gibt.
Beim Dragon Stout ist es umgekehrt. Nach Angaben zum Brauvorgang verwendet er europäische Malze, Karamellmalz und geröstetes Malz, dazu dunklen Rohrzucker. Karamellmalz entsteht, wenn feuchtes Malz im Ofen so erhitzt wird, dass die Stärke im Korn zu Zucker wird und bräunt; es bringt Süße und Farbe. Röstmalz wird noch stärker erhitzt und schmeckt nach Kaffee und Kakao.
Der Zucker führt zurück zur Geschichte der Insel. Zuckerrohr war über Jahrhunderte das wichtigste Gewächs Jamaikas, und Rohrzucker gehört bis heute in manche Rezepte der Insel. Das Stout ist damit ein Beispiel dafür, wie ein irischer und englischer Bierstil mit lokalen Zutaten eine eigene Richtung nimmt. Auch das gilt nur mit Vorsicht: Welche Anteile Zucker im Sud eines bestimmten Biers stecken, verraten die Brauereien selten, und die Etiketten nennen meist nur Wasser, Malz, Hopfen und Zutaten im Sammelbegriff.