
Kalkstein und Regen
Wasser & Boden
Woher kommt das Brauwasser in Kingston? Ein großer Teil Jamaikas besteht aus Kalkstein, einem Gestein, das Regenwasser wie ein Schwamm aufnimmt und langsam wieder abgibt. Nach Darstellungen rund um die Marke stammt das Wasser für Red Stripe aus der Insel selbst und läuft zuvor durch solche Kalkschichten.
Kalk macht Wasser hart. Hartes Wasser enthält viel gelöstes Calcium und Hydrogencarbonat, und das dämpft die Säure der Maische, also der Mischung aus Malz und heißem Wasser. Für helle Biere ist das eher unbequem, für dunkle und geröstete Malze dagegen willkommen, weil deren Säure die Härte ausgleicht. Konkrete Härtewerte für das Kingstoner Brauwasser liegen hier nicht vor und werden deshalb nicht genannt.
Die Stadt selbst liegt an einer Bucht im Süden der Insel, vor den Hängen der Blue Mountains. Dort fällt in manchen Monaten viel Regen, in anderen wird es trocken. Was in Mitteleuropa der Bierkeller im Fels leistet, übernimmt hier die Technik: Ohne Kühlung bliebe ein Lager im Tropenklima nicht, was es sein soll.
Wer zum ersten Mal an der Spanish Town Road steht, sieht vor allem Tanks, Rohre und Verladehallen; ein Brunnen, ein Fluss oder eine Quelle ist von der Straße aus nirgends zu erkennen. Neben dem Wasser für den Sud braucht eine Brauerei viel Spülwasser und Kälte. Ein Sud entsteht in Stunden, die Reinigung der Tanks und Leitungen dauert oft länger. In einem warmen Land ist sie besonders wichtig, denn Keime vermehren sich bei Wärme schneller, und eine Brauerei muss Fremdhefen und Bakterien fernhalten.