
Poutine und Terrasse
Essen & Bierkultur
Ein Teller Poutine besteht aus Pommes frites, frischem Käse in kleinen Brocken (fromage en grains) und brauner Sauce. Das Gericht soll in den 1950er-Jahren in ländlichen Gegenden von Québec entstanden sein, wo genau, ist umstritten. Das Bier dazu darf ruhig kräftig sein, denn Kohlensäure und Bittere schneiden durch Fett und Sauce.
Zu den Klassikern der Region gehört die Tourtière, eine Fleischpastete, die vor allem zu Weihnachten auf den Tisch kommt. Auch der Pâté chinois, ein Auflauf aus Hackfleisch, Mais und Kartoffelpüree, ist ein Alltagsgericht. Zu beiden passt ein malzbetontes Bier mit etwas Süße, etwa ein dunkles Starkbier.
Im Frühjahr, wenn die Ahornbäume Saft geben, öffnen die Zuckerhütten (cabanes à sucre). Dort kocht man den Saft zu Sirup ein und serviert Eier, Schinken und Pfannkuchen mit Ahornsirup. Zum süßen Sirup passt Bier, das trocken endet, wie ein Tripel. Der Kontrast zwischen süßem Sirup und trockenem, würzigem Bier macht den Reiz dieser Kombination aus, und der Kohlensäure-Schaum wirkt gegen die Fülle des Essens.
In Montréal heißt der Feierabend „5 à 7“, die Stunden zwischen fünf und sieben Uhr, in denen man sich auf einer Terrasse trifft. Bier gibt es hier in der Kneipe und im Dépanneur, dem Eckladen.
Die klassische kanadische Flasche fasst 341 ml. In Kneipen ist die Pinte das übliche Glas, je nach Haus mit 473 oder 568 ml. Die starken belgischen Biere schenkt man dagegen in kleineren Mengen aus und trinkt sie in kleinen Schlucken.