
Weite Wege
Malz & Getreide
Kanadas Braugerste wächst überwiegend auf den Prärien im Westen, weit weg von Montréal. Québecs Brauereien beziehen ihr Malz daher häufig von dort oder aus Übersee, einzelne arbeiten mit Gerste und Mälzereien aus der Provinz. Malz ist Gerste, die man kurz keimen lässt und dann trocknet, damit ihre Stärke später zu Zucker werden kann.
Wie ein Malz schmeckt, entscheidet das Trocknen. In der Darre, dem Trockenofen der Mälzerei, bleibt helles Pilsner-Malz bei milder Hitze fast farblos und süßlich. Dunklere Malze entstehen bei mehr Hitze und schmecken nach Brot, Karamell und Rosinen. Wer die belgisch geprägten Biere der Region trinkt, schmeckt beides: Ein Tripel baut auf hellem Malz auf, ein dunkles Starkbier auf Karamell- und Röstmalzen.
Röstmalz wird fast schwarz getrocknet und gibt Stouts ihre Farbe und den Geschmack nach Kaffee und dunkler Schokolade. Dieu du Ciel! braut mit Péché Mortel ein Stout, dem bei der Herstellung zusätzlich Kaffee zugesetzt wird. Das Bier schmeckt daher doppelt nach Röstung.
Bei den starken Bieren kommt Zucker dazu. Belgische Brauer geben Kandiszucker in die Würze, damit die Hefe Alkohol bilden kann, ohne dass das Bier süß oder schwer wird. Unibroue hat diese Art des Brauens nach Québec gebracht und Rezepte entwickelt, die sich an belgischen Vorbildern orientieren.
Molson steht für die andere Seite: das helle, leichte Lager aus Malz, das zum Alltag gehört. Seine Zutaten sind weniger auffällig, dafür ist das Bier gleichmäßig und leicht zu trinken.