
Junger Anbau
Hopfen
Hopfenanbau ist in Québec eine junge Angelegenheit. Um 2009 gab es schätzungsweise höchstens zehn Betriebe, die Hopfen anbauten. 2021 meldeten 41 Höfe beim Landwirtschaftsministerium der Provinz (MAPAQ), dass sie Hopfen erzeugen. Das ist wenig im Vergleich zu den vielen Brauereien, die Hopfen brauchen.
Der Hopfen ist die Würze des Biers. Seine Dolden enthalten Bitterstoffe, die dem Bier den herben Biss geben und es haltbarer machen, und ätherische Öle, die nach Blüten, Zitrus oder Kräutern riechen. Wer früh kocht, bekommt Bittere. Wer spät hinzugibt oder kalt hopft, bekommt Aroma. Kalt hopfen heißt, den Hopfen erst nach der Gärung ins Bier zu legen, damit die Öle nicht verkochen.
Schätzungsweise rund hundert Hopfensorten finden ihren Weg in Québecs Biere. Für die einheimischen Höfe hat die Association des Microbrasseries du Québec für 2021 einen Katalog der vor Ort angebauten Sorten zusammengestellt, damit Brauer wissen, was die Provinz hergibt.
Bei den belgisch geprägten Bieren sitzt der Hopfen eher im Hintergrund. Ein Tripel wie La Fin du Monde von Unibroue liegt nach der Stilnorm bei 20 bis 40 IBU (der Messzahl für die Bittere), ein Imperial Stout wie Péché Mortel von Dieu du Ciel! darf mit 50 bis 90 IBU deutlich höher gehen. Beide stützen sich auf Malz und Hefe, und der Hopfen hält dagegen.
Vor dem Hopfen braute man in Neufrankreich mit den Spitzen der Fichte. Dieses Fichtenbier, bière d'épinette, hielt man damals für ein Mittel gegen Skorbut. Ob das stimmte, lässt sich heute schwer sagen, die Legende hält sich dennoch.