
Jasminreis und Malz
Malz & Getreide
Beerlao ist ein Reisbier mit europäischem Gerüst. Nach Angaben der Brauerei wächst der Jasminreis in Laos, das Malz dagegen kommt aus Frankreich und Belgien. Wie groß der Reisanteil ist, nennt die Brauerei nicht. Daneben steht in Laos der Klebreis, Khao niao, auf jedem Tisch, doch für Bier nimmt man den duftenden Jasminreis.
Warum nimmt man trotzdem Malz? Reis enthält Stärke, aber nicht genug Enzyme, um sie in vergärbaren Zucker zu verwandeln. Gerstenmalz bringt diese Enzyme mit. Für das Mälzen lässt man Gerste anfeuchten und keimen, bis sie ihre Enzyme gebildet hat, und trocknet sie dann in der Darre, einem Heißluftofen, der das Keimen stoppt.
Jasminreis ist ein langkörniger Duftreis. Im Bier sorgt Reis meist für einen schlanken, trockenen Körper, weil er kaum Eiweiß und kaum Geschmack mitbringt. Das erklärt, warum Beerlao leichter wirkt als ein Bier, das nur aus Gerstenmalz besteht.
2005 kam Beerlao Dark dazu, ein dunkles Lager mit 6,5 % vol. Es nutzt geröstete schwarze Malze. Das sind Gerstenmalze, die in der Trommel so lange erhitzt werden, bis sie Kaffee- und Schokoladennoten tragen. Beerlao Gold folgte 2010 und setzt nach Angaben der Brauerei auf die Reissorte „khao kai noy“, die einen guten Duft und eine nicht klebrige Textur geben soll.
Nach deutschem Recht ginge das so nicht: Für untergäriges Bier erlaubt § 9 des Vorläufigen Biergesetzes nur Gerstenmalz, Hopfen, Hefe und Wasser. Ein Importbier wie Beerlao darf in Deutschland trotzdem Bier heißen, seit der Europäische Gerichtshof 1987 entschied, dass es genügt, wenn das Getränk im Herstellungsland als Bier gilt.