
Cabrito vom Feuer
Essen & Bierkultur
Wer in Monterrey essen geht, begegnet früher oder später dem Cabrito. Beim Cabrito al pastor wird das ausgenommene Zicklein gespreizt auf einen Metallspieß gesteckt und stundenlang vor Holzkohle oder Mesquite-Holz gegart. Das Fleisch ist zart, die Haut knusprig, und das Feuer färbt den Geschmack.
Warum passt ein helles Lager dazu? Das Fleisch ist fettig und rauchig, ein schlankes, kaltes Bier löscht den Geschmack danach wieder. Die geringe Bittere stört nicht, und die Kohlensäure schneidet durch das Fett. Das gilt auch für Machacado con huevo, getrocknetes, zerzupftes Rindfleisch mit Ei, das ein Klassiker des Nordens ist.
Am Wochenende trifft sich die Familie zur Carne asada im Hof oder im Garten. Gegrillt wird Rindfleisch, dazu gibt es Tortillas, Bohnen und Salsa, und die Biere stehen in einer Eisbox. Die Kultur dreht sich weniger um Wirtshäuser als um das gemeinsame Essen draußen.
Ein Ritual ist die Caguama, die große Flasche mit etwa 940 Millilitern. Sie wird geteilt, der Gastgeber schenkt in kleine Gläser ein, und jeder trinkt nur ein bisschen. Nach Berichten der Wirtschaftspresse geht die Caguama auf die Cuauhtémoc zurück.
Süßes kommt aus dem Süden des Bundesstaats: Glorias de Linares, kleine Bonbons aus Ziegenmilch. Im Parque Fundidora, einem Park auf dem Gelände eines früheren Stahlwerks, findet das Festival de la Cerveza Monterrey statt. Biere sind hier Geschmacksbeispiele. Zum Essen gehören Maß und Pausen.