
Aus der Ferne
Hopfen
Hopfen wächst in Monterrey nicht. Die Pflanze braucht lange Sommertage in gemäßigten Breiten und viel Wasser, und der halbtrockene Norden Mexikos bietet beides nicht. Hopfen für die Lager der Region, ob Carta Blanca oder andere Marken der Cervecería Cuauhtémoc Moctezuma, kommt deshalb aus dem Ausland, typischerweise aus den großen Anbauländern. Anders als Gerste lässt er sich getrocknet, gepresst oder als Extrakt gut über weite Strecken transportieren.
Die zwei größten sind Deutschland mit 18.962 Hektar und die USA mit 17.057 Hektar (Ernte 2025). Weltweit standen 2025 laut BarthHaas-Bericht 52.660 Hektar unter Hopfen. Welche Herkunft die Brauereien in Monterrey nutzen, sagen sie nicht. Für den Geschmack zählen Sorte und Ernte, nicht der Ort, an dem der Sud später gekocht wird.
Wofür braucht Bier überhaupt Hopfen? Die Dolden liefern Bitterstoffe, die den Malzzucker ausgleichen, und Öle, die nach Blumen, Kräutern oder Zitrus duften. Außerdem halten sie das Bier länger haltbar. Bitterhopfen kommt früh in die Würze, also die gekochte Zuckerlösung, Aromahopfen spät, damit seine Düfte nicht verfliegen.
Die Bittere misst man in IBU, einer Einheit für die Menge an Bitterstoffen. Für internationale helle Lagerbiere nennt die Stilnorm 18 bis 25 IBU. Ein deutsches Pils liegt mit 22 bis 40 spürbar höher. In Monterrey bleibt der Hopfen deshalb im Hintergrund.
Das passt zum Klima. Wer bei 35 Grad etwas Kaltes trinkt, will keine kräftige Bittere im Mund, sondern ein Getränk, das den Durst löscht. Die großen Marken sind dafür gebaut.