
Cantina & Botana
Essen & Bierkultur
In einer Cantina zahlt man das Bier, und die Küche liefert die Botana, kleine Häppchen, die zum Getränk gehören. Das ist die Tradition der mexikanischen Trinkstube: erst das Bier, dann etwas zum Knabbern, dann ein Gespräch, das nicht eilt.
Zu den typischen Gerichten der Hauptstadt gehören Tacos al pastor, dünn geschnittenes, mariniertes Schweinefleisch vom senkrechten Spieß mit Ananas, dazu Zwiebeln und Koriander. Die Schärfe der Salsa verlangt nach etwas Kaltem, und das leichte Lager mit seinem sauberen Abgang löscht sie gut, ohne dem Fleisch etwas wegzunehmen.
Aus Toluca kommt der Chorizo verde, die grüne Wurst aus Schweinefleisch mit Kräutern und grünen Chilis. Ihr Rauch und ihre Würze vertragen sich mit dem Bier, weil dessen Süße die Schärfe abfedert.
Getrunken wird nach Größe. Die Caguama, die Großflasche, ist ein knapper Liter Bier, geteilt am Tisch. Die Michelada kommt mit gesalzenem Glasrand, Limette, scharfer Sauce und oft Tomatensaft und dient zum Frühstück oder nach einem langen Abend als Erfrischung. Es ist ein Mischgetränk, das viele als milder als Bier pur empfinden.
Die Cantina ist dabei ein Ort zum Sitzenbleiben: Man bestellt Runde um Runde, und die Botana kommt ohne Eile an den Tisch. Wer in Mexiko-Stadt zum ersten Mal in einer Cantina sitzt, braucht keine Speisekarte zu lesen, um zu verstehen, was gemeint ist. Wer neugierig ist, probiert beides im Wechsel: einmal pur zum Taco, einmal als Michelada. So sieht man, wie wandlungsfähig das einfache Lager in Mexiko ist.