
Zurückhaltend gehopft
Hopfen
Hopfen wächst in Mexiko kaum. Die Brauereien beziehen ihn aus Übersee, und das passt zu dem, was das Bier ausmachen soll: Der Hopfen ist hier Begleiter, nicht Hauptdarsteller.
Die Stilbeschreibung für das internationale helle Lager nennt 18 bis 25 Bittereinheiten (IBU). Die Zahl zeigt, wie viel bittere Hopfenstoffe im Bier stecken. Ein deutsches Pils liegt oft deutlich darüber, ein böhmisches ebenfalls. Mexikanische Lager kommen mit wenig aus, weil sie eiskalt getrunken werden. Kälte dämpft Bittere und Aroma, und was bleibt, ist ein sauberer, trockener Schluck.
Wer die Unterschiede verstehen will, trennt zwei Aufgaben des Hopfens. Er sorgt zum einen für Bittere, die der Süße des Malzes etwas entgegensetzt, und zum anderen für Aroma, das nach Kräutern, Blüten oder Zitrus duften kann. Beim hellen mexikanischen Lager treten beide zurück. Das Aroma liefern oft die Beigaben im Glas, die Limette und das Salz.
Die kleinen Brauereien der Hauptstadt gehen einen anderen Weg. Betriebe wie Monstruo de Agua oder Cru Cru brauen vielfältigere Biere als die Großkonzerne, darunter auch hopfigere. Dort zählt das Aroma, und wer eine Cantina nach mehr Bittere fragt, wird eher bei diesen Brauern fündig.
Für den Alltag in der Cantina bleibt es beim leichten Bier, das man rasch austrinkt und wieder nachbestellt, ohne dass die Bittere ermüdet. Es lässt viel Platz für Chili, Limette und Salz, und genau dafür ist es gedacht.