
Heller Malzboden
Malz & Getreide
Ein Pale Ale oder IPA aus Wellington beginnt mit hellem Gerstenmalz. Gerste wird zum Keimen gebracht, dann in der Darre, einem beheizten Trockenraum, getrocknet. Je heißer und länger, desto dunkler und süßer das Malz.
Helles Basismalz macht bei den hopfenbetonten Bieren der Stadt den größten Teil der Schüttung aus. Es liefert den Zucker für die Hefe und hält sich im Geschmack zurück, damit der Hopfen vorn stehen kann. Ein Schuss Karamellmalz gibt Bernstein und eine leise Süße, die bei kräftiger Bittere ausgleicht.
Beim Hazy IPA kommen häufig Hafer und Weizen dazu. Sie bringen Eiweiß und Gummistoffe ins Bier, es bleibt trüb und fühlt sich weich, fast sämig an. Das ist eine Technik des Stils und kein Wellingtoner Geheimnis, sie passt aber zu einer Stadt, die gern experimentiert.
Dunkle Biere wie Porter und Stout bekommen ihre Farbe und den Kaffeeton aus stark gerösteter Gerste und Malz. Weil ihr Geschmack so kräftig ist, reichen kleine Mengen.
Neuseeland kennt kein Reinheitsgebot. Brauer dürfen neben Gerste auch Hafer, Weizen oder Zucker einsetzen, wenn der Stil es verlangt.
Die Hefe frisst den Malzzucker und macht daraus Alkohol. Je mehr sie davon schafft, desto trockener schmeckt das Bier, je weniger, desto süßer bleibt es. Wer in Wellington an der Cuba Street oder im Aro Valley ein hopfenbetontes Bier bestellt, trinkt deshalb meist ein trockenes Bier auf hellem Malz, bei dem der Hopfen den Ton angibt.