
Pils und Bokbier
Bierstile
Was ist holländisches Pils? Ein helles, untergäriges Lagerbier mit milder Bittere, wie es Heineken in alle Welt verkauft. Nach dem Wettbewerbsleitfaden BJCP gehört es zur Klasse der Internationalen hellen Lager, nicht zum deutschen oder tschechischen Pils, das deutlich bitterer ausfällt. Der Alkoholgehalt liegt im Stilrahmen bei 4,5 bis 6 Prozent.
Der Unterschied zum deutschen Pils liegt in der Hopfengabe. Ein norddeutsches Pils darf bis 40 IBU erreichen, das niederländische Pils bleibt weicher und sanfter. Das ist keine Wertung, sondern ein Geschmacksrahmen: Wer ein Pils zum Essen oder in der Sonne trinkt, will meist wenig Schärfe.
Das Bokbier ist der zweite Leitstil. Es ist ein kräftiges Herbstbier mit ausgeprägter Malzigkeit, früher untergärig, heute oft obergärig. Seine Zahlen schwanken, eine feste Norm gibt es dafür im Leitfaden nicht. Viele Brauer legen es auf etwa sieben Prozent Alkohol aus, genaue Werte stehen auf dem Etikett.
Auch Weißbier und Tripel gibt es in Amsterdam, sie stammen aber aus Bayern und Belgien. Die Brouwerij 't IJ braut etwa das Weißbier IJwit und die Tripel Zatte, beide im belgischen Stil. Eigene holländische Erfindungen sind sie nicht, sie zeigen, wie die Stadt fremde Stile aufnimmt.
Jenever gehört nicht ins Bierglas, steht aber in vielen Kneipen daneben. Das Wacholderdestillat ist die klassische Begleitung zum Bier. Wie es getrunken wird, steht in der Station zum Essen und zur Bierkultur.
Internationales helles Lageruntergärig
- Stammwürze
- 10,5–12,4 °P
- Alkohol
- 4,5–6 % vol
- Bittere
- 18–25 IBU
- Farbe
- 4–12 EBC
Hell, klar, mild bitter, leicht malzig, kräftiger Schaum.