
Eigener Hopfengarten
Hopfen
Wächst in den Niederlanden Hopfen? Ja, aber nur in kleinem Maßstab, und in Südlimburg ist er eher eine Besonderheit als ein Wirtschaftszweig. Gulpener nennt einen eigenen Hopfengarten bei der Brauerei, aus dem ein Teil der Dolden für das Bio Pils kommt.
Die Brauerei Brand erklärt, nach dem Reinheitsgebot von 1516 zu brauen. Das ist freiwillig und nicht gesetzlich vorgeschrieben, denn in den Niederlanden gilt das deutsche Gebot nicht. Hopfen, Gerstenmalz, Wasser und Hefe bilden also eine Entscheidung des Hauses, keine Pflicht.
Wozu dient Hopfen eigentlich? Er macht Bier bitter und haltbarer, und je nach Sorte duftet er nach Gras, Blüten oder Zitrus. Frühe Zugaben im Kessel bringen Bittere, späte Gaben bringen Aroma. IBU, die Bittereinheiten, messen die Bittere in Zahlen, ein Pils liegt meist bei 22 bis 40.
Beim limburgischen Pils steht nicht die Aromaschleuder im Vordergrund, sondern ein feiner, blumiger Bitterhauch. Alfa beschreibt sein Edel Pils nach einem Familienrezept aus der ersten Generation, ohne die Hopfensorten zu verraten. Wer in Maastricht oder Gulpen nachfragt, bekommt Auskunft über den Geschmack, nicht über die Sorten.
Den Großteil des Hopfens kaufen auch Limburger Brauer anderswo ein, Anbaugebiete wie die Hallertau in Bayern oder Poperinge in Westflandern liegen nur wenige Autostunden entfernt. Der eigene Hopfengarten in Gulpen ist deshalb ein Zeichen für Nähe zum Rohstoff, kein Ersatz für den Einkauf. Wer Wijlre oder Thull besucht, sieht Hopfen also eher auf dem Etikett als am Feldrand.