
Worstenbroodje und Karneval
Essen & Bierkultur
Das Brabants worstenbroodje ist die bekannteste Brabanter Spezialität zum Bier: eine rund fünfzehn Zentimeter lange Wurst aus Hackfleisch, eingebacken in weichen Hefeteig. Anders als das niederländische saucijzenbroodje oder das belgische worstenbrood besteht es nicht aus Blätterteig, sondern aus Brotteig.
Man isst es traditionell zu Weihnachten, vor allem nach der Mitternachtsmesse, und im Karneval. Mild gewürztes Fleisch, ein bisschen Fett und weiches Brot passen zu einem Dubbel, dessen Karamell die Würze aufnimmt, oder zu einem Pils, das den Mund wieder frei spült.
Zu Den Bosch gehört die Bossche bol, ein großes Windbeutelgebäck mit Sahne und Schokoladenüberzug. Ein Quadrupel, dunkel und voll, passt als Gegenstück zur Süße, wenn man es in kleinen Schlucken trinkt.
Der Karneval in Brabant ist ein Fest der Ortsnamen. Den Bosch heißt dann Oeteldonk, Breda Kielegat, Tilburg Kruikenstad und Eindhoven Lampegat. Das Fest gehört zum katholischen Süden, vor der Fastenzeit, und im Straßenbild dominieren die Verkleidungen, Umzüge und Kapellen. Ein Bier gehört dazu, ist aber nicht der Mittelpunkt. Wichtiger sind Gemeinschaft, Musik und die Verkleidung, über die man tagelang spricht.
In der Kneipe, dem niederländischen kroeg, bestellt man ein kleines Pils, im Volksmund vaasje, wenn das Glas gedrungen ist, oder fluitje, wenn es schlank ist. Die starken Abteibiere gibt es dagegen im Kelch, und viele Gäste bestellen nur eins davon. Bavaria und Dommelsch dagegen liefern das Pils, das man als Standardbier in fast jeder Kneipe der Region findet.