
Rückgrat statt Wucht
Hopfen
Hopfen wächst in Nordbrabant nicht in einem Umfang, den man mit der Hallertau oder Poperinge vergleichen könnte. Die Brauer der Region kaufen ihn zu. Für La Trappe liefern seit 2008 nach Angaben der Brauerei nachhaltig arbeitende Betriebe aus den Niederlanden und aus Deutschland.
Hopfen hat zwei Aufgaben. Als Bitterhopfen kommt er früh in die kochende Würze und gleicht die Süße des Malzes aus. Als Aromahopfen kommt er spät dazu und bringt Blüten, Kräuter oder Zitrus. Wie bitter ein Bier am Ende ist, misst man in IBU, einer Zahl, die die Bitterstoffe im Bier angibt.
Bei Dubbel, Tripel und Quadrupel liegen diese Werte nach der Stilnorm zwischen 15 und 40 IBU. Das klingt nach wenig, doch hier trägt der Hopfen weniger Geschmack als Rückgrat. Er hält die schweren Malzaromen und den Alkohol im Gleichgewicht, damit das Bier trotz Süße nicht klebrig schmeckt.
Wichtiger als das Hopfenaroma sind in diesen Bieren die Aromen der Hefe. Hopfen muss hier nicht auffallen, sondern nur dafür sorgen, dass der Abgang sauber bleibt und nicht süß hängt. Wer ein Quadrupel trinkt, sucht deshalb Rosine und Gewürz, nicht Zitrus und Harz.
Ganz anders ist die Rolle des Hopfens im Pils, wie es Bavaria in Lieshout braut. Dort bestimmt die Bittere den Charakter, weil sie bei einem schlanken Bier mit wenig Malzsüße deutlich hervortritt und das Trinken erfrischend macht. Beide Biere stehen in derselben Region, und doch sagt der Hopfen in ihnen etwas völlig anderes.