
Bittere und Duft
Hopfen
Welche Sorten in den großen Marken stecken, steht nicht auf dem Etikett. Wie bitter ist ein steirisches Märzen? Weniger als ein Pils, denn Gösser Märzen gilt als mild gewürztes, trinkfreundliches Lagerbier.
Hopfen liefert in der Würze zwei Dinge. Früh gekocht gibt er Bittere, die das süße Malz ausbalanciert. Spät zugegeben liefert er Duft nach Gras, Kräutern oder Blüten, weil die flüchtigen Öle dann nicht verkochen. Ein Pils bekommt meist mehr von beidem, ein Märzen weniger, damit das Malz im Vordergrund bleibt.
Wer ein Privat Pils von Hirt in die Hand nimmt, schmeckt diesen Kontrast. Die Brauerei gibt dafür 12,3 Grad Stammwürze und 5,2 Volumenprozent Alkohol an. Stammwürze meint den gelösten Zucker in der Würze vor der Gärung, ein Maß dafür, wie kräftig ein Bier gebaut ist.
Mit dem Wort Steirischer Hopfen muss man vorsichtig sein. Das geschützte Štajerski hmelj stammt aus dem benachbarten Slowenien, das den Namen Štajerska ebenfalls trägt. In der EU ist es seit 2017 als geschützte geografische Angabe eingetragen. Für ein Bier aus Graz oder Villach sagt er nichts aus, hier zählt nur, was die Brauerei selbst angibt.
Dass keine Sorte genannt wird, ist bei Lagerbieren üblich und sagt nichts über die Qualität. Entscheidend ist, wie früh und wie viel Hopfen in den Kessel kommt. Die Bittere misst man in IBU, einer Zahl für die Bitterstoffe im Bier, und ein Pils liegt dort deutlich über einem Märzen.