
Gerste wird Malz
Malz & Getreide
Aus Gerste wird Malz, und ohne Malz kein Gösser Märzen. Dafür lässt man die Körner im Wasser anquellen und keimen, bis sie Enzyme gebildet haben, die Stärke später in Zucker verwandeln. Dann stoppt man das Keimen durch Trocknen.
Dieses Trocknen heißt Darren, und die Temperatur bestimmt die Farbe. Wird das Malz schonend und niedrig gedarrt, bleibt es hell und schmeckt nach Brot und Keks. Bei höherer Hitze bekommt es dunkle Farbe und Röstaromen wie Karamell. Zwischen beiden Extremen liegen Münchner und Wiener Malze, die ein Märzen bernsteinfarben färben können, wenn eine Brauerei das will.
Hell gedarrtes Pilsner Malz bildet das Gerüst für Pils und Märzen. Dunkles Malz braucht ein Bier wie die Hirter Morchl, die die Brauerei als dunkles Lagerbier führt. Hier zeigt sich der Unterschied zwischen den Marken schon in der Malzkiste, bevor das Wasser überhaupt dazukommt. Die Mälzerei ist deshalb für den Charakter eines Biers mindestens so wichtig wie der Kessel.
Die Murauer Brauerei setzt nach eigenen Angaben stark auf regionale Rohstoffe und arbeitet seit 2014 CO2-neutral. Seit 1996 trägt sie als erster österreichischer Betrieb das EMAS-Zertifikat für Umweltmanagement.
Zum Märzen noch ein Wort. Der Name geht auf das Brauen im März zurück, als man ein kräftigeres Lagerbier für den Sommer ansetzte. In Österreich bezeichnet er meist ein goldgelbes Vollbier und weniger die kupferfarbene Variante, die man aus Bayern kennt.