
Fern, aber wichtig
Hopfen
Wächst in Tirol und Vorarlberg Hopfen für das Bier? Im Großen nicht. Die Brauereien beziehen ihren Hopfen aus den klassischen Anbaugebieten weiter nördlich und östlich. Welche Sorten sie genau verwenden, geben Zillertal Bier, Mohren, Fohrenburg und Starkenberger in der Regel nicht an.
Hopfen sind die Dolden einer Kletterpflanze, die an hohen Gerüsten wächst. Er liefert zwei Dinge. Die Alphasäuren in den Harzen machen das Bier bitter und halten es länger frisch, die ätherischen Öle bringen den Duft von Kräutern, Blüten oder Zitrus. Bitterhopfen wird früh im Sud zugegeben, Aromahopfen spät.
Zu den bekannten Aromasorten für Lagerbiere zählen Hallertauer Mittelfrüh, Saazer aus dem tschechischen Žatec und der Styrian Golding aus Slowenien. In Deutschland stehen 18.962 Hektar Hopfen, die Hallertau stellt mit rund 17.129 Hektar den größten Teil. Aus dieser Region stammt der Hopfen vieler Brauereien im Alpenraum, ohne dass es eine Pflicht gäbe.
Ein Helles aus dem Westen Österreichs ist mild gehopft, die Bittere liegt nach der Stilnorm bei 16 bis 22 Bittereinheiten. Ein Märzen bewegt sich mit 18 bis 24 nur knapp darüber. Dass viele hier das Bier als weich und rund beschreiben, liegt weniger am Hopfen als am Malz, das ihn ausbalanciert.
Bittereinheiten, kurz IBU, messen den Gehalt an Bitterstoffen im fertigen Bier. Ein Pils kann mit über 40 Einheiten deutlich herber ausfallen. Wer Fohrenburger Jubiläum und ein Pils nebeneinander probiert, schmeckt den Unterschied vor allem im Abgang.