
Gerste und Roggen
Malz & Getreide
Aus Gerste wird Malz, indem man das Korn kurz keimen lässt und dann im Ofen trocknet, der sogenannten Darre. Dabei wandelt sich Stärke in vergärbaren Zucker um, und je heißer geröstet wird, desto dunkler und süßer schmeckt das Bier.
Die Privatbrauerei Zwettl verarbeitet nach eigenen Angaben jedes Jahr 4.000 Tonnen heimische Braugerste. Rund hundert Landwirte im Bezirk Waidhofen an der Thaya liefern sie. Das Malz für Zwettler Original kommt aus Waldviertler Gerste.
In Schrems denkt man regional bis ins Detail. Den gesamten Bedarf an Brau- und Biomalz bezieht die Brauerei nach eigener Aussage aus einem Umkreis von 35 Kilometern. Bei den Bio-Bieren bedeutet das Gerste aus ökologischem Anbau.
Eine Besonderheit ist der Roggen. Er gedeiht auf kargen Böden und im kühlen Klima, und er macht ein Bier würzig, leicht brotig und trocken im Abgang. Das Schremser Roggen Bio Bier ist naturtrüb, also unfiltriert, und wird obergärig gebraut.
Wer Malz verstehen will, braucht kein Labor. Man riecht an einer Handvoll Körner: hell geröstet duften sie nach Keks und Getreide, dunkler nach Brotkruste. Dieser Unterschied entscheidet, ob das Bier golden oder bernsteinfarben im Glas steht.
Gerade bei hellen Bieren zeigt sich der Wert guter Gerste. Ein feinschalig gewachsenes Korn mit wenig Eiweiß gibt klare Würze und einen sauberen Geschmack. Deshalb wählen Brauer ihre Sorten und Bauern schon vor der Aussaat gemeinsam aus.