
Wiener Lager
Bierstile
Das Wiener Lager ist ein untergäriges Bier mit bernsteinfarbener bis kupferner Farbe. Der Name verweist auf Wien, wo der Stil entstand, aber im Glas schmeckt man vor allem Malz: Toastbrot, Kruste, eine leichte Süße, die nicht klebt. Der Körper ist weich, der Abgang trocken, die Hopfenbittere bleibt zurückhaltend.
Zum Pils ist der Abstand groß. Pils ist goldgelb, hopfig und deutlich bitterer, das Wiener Lager ist dunkler und weicher. Gegen ein Helles setzt es sich durch die Farbe und die Kruste im Geschmack ab, denn das Helle ist strohgelb und schmeckt nach frischem Brot.
Auch das Märzen ist verwandt. Josef Sedlmayr von Spaten brachte 1872 ein „Ur-Märzen“ nach Wiener Art auf die Münchner Wiesn, kräftiger als das Wiener Lager und mit mehr Stammwürze. Stammwürze ist der Zuckergehalt der Würze vor der Gärung, und je mehr davon, desto mehr Alkohol wird später daraus.
In Österreich selbst sieht es anders aus. Dort ist „Märzen“ meist das gewöhnliche helle Vollbier, das in jedem Wirtshaus vom Fass kommt, und das kupferne Wiener Lager ist eher eine Ausnahme. Sie finden es bei einzelnen Brauereien, darunter Schwechater, als eigene Sorte.
Wie viel Alkohol hat ein Wiener Lager? Nach der Stilnorm 4,7 bis 5,5 Prozent, also etwa so viel wie ein Pils oder ein Helles. Stärker als diese Biere ist es nicht, es wirkt nur voller, weil das Malz mehr schmeckt. Die Zahlen unten stammen vom Wettbewerbsleitfaden BJCP, einzelne Marken können davon abweichen.
Wiener Lageruntergärig
- Stammwürze
- 11,9–13,6 °P
- Alkohol
- 4,7–5,5 % vol
- Bittere
- 18–30 IBU
- Farbe
- 18–30 EBC
Bernstein bis kupfer, Toastbrot im Malz, weicher Körper, trockener Abgang, wenig Hopfen.