
Fahne und Fest
Essen & Bierkultur
In einer Chichería isst man, was die Familie kocht, und trinkt dazu Chicha. Oft heißt das Haus auch Picantería, nach den scharfen Gerichten, die dort auf den Tisch kommen. Auf dem Teller liegen Cuy, das Meerschweinchen der Anden, Choclo mit Käse, gesottene Maiskolben mit großen Körnern, oder Suppe mit Quinoa. Die leichte Säure der Chicha schneidet Fett und Schärfe, und ihre Süße gleicht den Rocoto-Chili aus.
Das größte Fest ist Corpus Christi im Frühsommer. Cusco trägt dann die Heiligenfiguren aus den Kirchen der Stadt zur Kathedrale an der Plaza de Armas. Dazu gibt es Chiri uchu, einen kalten Teller aus Fleisch, Mais und Käse, und natürlich Chicha. Es ist ein Fest der Familien, nicht für Touristen gedacht, und wer zuschaut, hält Abstand und fragt, bevor er fotografiert.
Am 24. Juni feiert Cusco den Inti Raymi, das Fest der Sonne. Die Inszenierung am Rand der Stadt erinnert an das Inka-Fest von einst, bei dem die Chicha der wichtigste Trank war. Im Alltag begleitet sie dagegen Hausbau, Ernte und Familienfeiern. Gemeinsames Trinken heißt in den Anden auch, dem Gast und der Erde zuerst einzugießen.
Die Cusqueña gehört eher zum modernen Alltag. Man trinkt sie zum gegrillten Fleisch, zu Forelle aus den Bergseen oder einfach nach der Wanderung. In Cusco zeigen kleine Lokale, wie sich beides mischt: Auf der einen Seite steht das Bier der Brauerei, auf der anderen der Krug der Chichería. Wer in der Höhe trinkt, lässt Zeit und Wasser nicht aus.