
Fürsten und Förderturm
Region & Geschichte
Wo liegt die Brauerei, aus der das Tyskie kommt? In Tychy, auf Deutsch Tichau, im Süden Oberschlesiens, nur wenige Kilometer vom Schloss in Pszczyna entfernt. Die Stadt gehört zu einem Ballungsraum rund um Kattowitz (Katowice), der vom Steinkohlebergbau geformt wurde.
Als Beginn der Brauerei gilt das Jahr 1629. Damals gehörte sie dem Adelsgeschlecht der Promnitz, die in Pszczyna residierten, auf Deutsch Pless. Die Fürstliche Brauerei Tichau, wie sie damals hieß, war ein Besitz des Hauses, kein Betrieb einer Stadt oder eines Klosters. Im Namen Tyskie Browary Książęce, den die Brauerei heute führt, steckt das polnische Wort für „fürstlich“.
Den großen Sprung brachte 1861 Fürst Jan Henryk XI. Hochberg, der die Brauerei von Grund auf neu bauen ließ, mit einer Dampfmaschine. Als Braumeister gilt Julius Müller, der im 19. Jahrhundert das untergärige helle Bier einführte, das bis heute den Ruf des Hauses trägt.
Die Geschichte der Region hat zwei Sprachen. Oberschlesien war lange Teil von Preußen und des Deutschen Reiches, nach den drei schlesischen Aufständen von 1919 bis 1921 und der Teilung des Gebiets 1922 fiel der östliche Teil mit Kattowitz an Polen. Aus Tichau wurde Tychy, aus der Fürstlichen Brauerei die polnische Brauerei Tyskie.
Heute gehört Tyskie zu Kompania Piwowarska, die 1999 aus den Brauereien Lech in Posen und Tyskie in Tychy hervorging. Über SABMiller und AB InBev wechselte der Konzern 2017 an die japanische Asahi-Gruppe. Eine geschützte Herkunftsangabe gibt es für Tyskie nicht, es ist eine Marke und kein Herkunftsbier.