
Brunnen am Hügel
Wasser & Boden
Aus welchem Wasser wird Tyskie gebraut? Nach Angaben der Brauerei kommt es aus 13 Brunnen, die rund vier Kilometer von der Brauerei entfernt liegen. Von dort wird das Wasser zu den Sudhäusern in Tychy geleitet.
Die Quelle trägt den Namen Gronie. Sie liegt am Hang des Hügels Mikołowska, und nach ihr hat die Brauerei eines ihrer Biere benannt, das Tyskie Gronie. Ein Brunnenfeld am Hang ist für eine Großbrauerei typisch: Das Wasser läuft durch Boden und Gestein, bevor es gefasst wird, und bleibt dadurch klar und gleichmäßig.
Welche Härte dieses Wasser hat, steht hier nicht fest, und Messwerte sollte man nicht aus alten Tabellen übernehmen. Sicher ist nur das Prinzip. Für helle Lagerbiere braucht man Wasser, das die Hopfenbittere nicht grob werden lässt, und große Brauereien bereiten ihr Wasser heute ohnehin auf.
Das Land darüber ist nicht Brauland im romantischen Sinn. Oberschlesien ist eine Industrielandschaft mit Halden, Fördertürmen und Siedlungen der Bergleute, dazwischen aber auch Wälder und Teiche. Die Fürsten von Pless besaßen große Forsten, und das Schloss in Pszczyna liegt in einem weitläufigen Park. Das Wasser der Brunnen stammt also aus einer Gegend, die zugleich Industrie und Waldland ist.
Für die Lagerung spielt das Klima weniger eine Rolle als in Franken oder Böhmen. Gelagert wird heute in gekühlten Tanks, nicht mehr in Felsenkellern. Die Schlesier kennen kalte Winter, doch das Bier reift in Tychy bei gleichbleibender Temperatur, unabhängig von der Jahreszeit draußen.