
Sandwich und Sardine
Essen & Bierkultur
Was ist eine Francesinha? Ein überbackenes Sandwich, das Porto berühmt gemacht hat. Zwischen Weißbrotscheiben liegen Schinken, Wurst und Steak, darüber schmilzt Käse. Das Ganze schwimmt in einer Sauce aus Tomate, Bier und Brühe, oft mit Spiegelei und Pommes dazu.
Erfunden hat sie nach gängiger Darstellung in den 1950er Jahren der Koch Daniel David da Silva. Er war aus Frankreich und Belgien zurückgekehrt und kannte den Croque-Monsieur. Im Restaurant A Regaleira baute er ihn zu einem kräftigeren Gericht mit portugiesischen Zutaten um. Francesinha heißt „kleine Französin“.
Warum passt ein kaltes Lager dazu? Die Sauce ist schwer, scharf und fett, und das leichte, spritzige Bier löst diese Fülle auf. Ein Fino reicht dafür oft nicht aus, deshalb greifen viele zur Caneca.
Die Einwohner Portos nennen sich Tripeiros, Kuttelesser, nach den Tripas à moda do Porto, einem Kuttelgericht mit weißen Bohnen. Die Legende erzählt, sie hätten 1415 das gute Fleisch an die Flotte Heinrichs des Seefahrers abgegeben und für sich nur die Innereien behalten.
In der Nacht zum 24. Juni feiert Porto São João. Man isst gegrillte Sardinen auf Brot, trinkt dazu Lager und schlägt sich gegenseitig mit weichen Plastikhämmern auf den Kopf. Die Straßen am Fluss sind dann bis zum Morgen voll.
Im Alltag trinkt man das Bier im Café oder in der Cervejaria, oft im Stehen am Tresen und in kleinen Gläsern. Eine Runde heißt dort mehrere Finos.