
Helles Malz, Mais
Malz & Getreide
Strohgelb sieht ein Fino aus, weil das Malz nur schwach gedarrt wurde. Malz ist Gerste, die man anfeuchten und ein paar Tage keimen lässt, bevor sie im Darrofen trocknet. Je heißer die Darre, desto dunkler später das Bier.
Pilsner Malz heißt die helle Sorte, und sie ist bei Lagerbieren dieser Art die übliche Grundlage. Sie bringt wenig Farbe, eine milde Süße und genug vergärbaren Zucker für die Hefe mit. Geschmacklich erinnert sie an frische Brotkruste und etwas Honig, nie an Röstaromen.
Das Getreide des Nordens ist allerdings der Mais. Im Minho stehen kleine Maisfelder, und aus dem Mehl backt man die broa de milho, ein dichtes, leicht süßliches Maisbrot. Man isst es zum Caldo verde, der Kohlsuppe der Region, oder zu gegrillten Sardinen.
Im Bier ist Mais dagegen eine Streitfrage. In Deutschland erlaubt § 9 des Vorläufigen Biergesetzes für untergäriges Bier nur Gerstenmalz. Anderswo ersetzen Brauer heller Lagerbiere einen Teil des Malzes durch Mais oder Reis, damit der Körper leichter wird.
Die Brauerei braucht für ihr helles Malz dabei keine besondere Sorte aus der Region. Entscheidend ist, dass die Gerste gleichmäßig keimt und das Malz am Ende hell und sauber schmeckt. Die Mischung stellt jede Brauerei selbst zusammen, und sie bestimmt, wie voll, süß oder trocken das Bier später wirkt.
Ein portugiesisches Bier unterliegt dem Recht seines Landes. Nach der Importregel in § 1 Abs. 2 der Bierverordnung darf es in Deutschland trotzdem Bier heißen, wenn es in Portugal als Bier verkehrsfähig ist.