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Wasser & Boden in der Region Porto & Nordportugal

Granit und Atlantik

Wasser & Boden

Weich fließt das Wasser aus dem Granit. Auf diesem Gestein steht der Norden Portugals, und die Altstadt von Porto ist aus grauem Granit gebaut. Regen, der durch Granit sickert, nimmt kaum Kalk mit. Weich nennt man Wasser, das wenig Calcium und Magnesium gelöst hat.

Für helle Lagerbiere ist das eine gute Ausgangslage. Hartes, kalkreiches Wasser lässt die Bittere des Hopfens rau wirken, weiches macht sie rund und dezent. Aus demselben Grund gilt das sehr weiche Wasser von Pilsen als Teil des Rezepts der böhmischen Pilsner.

Der Douro mündet bei Porto in den Atlantik. Er kommt aus Spanien und durchfließt weiter oben Schiefergebiete, auf deren steilen Terrassen der Portwein wächst. An der Küste dagegen herrscht Granit, und das prägt, wie weich oder hart das Leitungswasser der Stadt ausfällt.

Das Klima ist atlantisch, mit milden Wintern und viel Regen. An der Küste zieht im Sommer oft Nebel vom Meer herein, weiter im Landesinneren wird es deutlich heißer. Lagerbier dagegen will kühl reifen, und dafür sorgt in modernen Brauereien Technik, nicht das Wetter.

In Vila Nova de Gaia stehen die Lagerhäuser der Portweinhäuser, in denen die Fässer in kühler Meeresluft ruhen. Ein Lagerbier braucht keine solchen Keller: Es reift in gekühlten Edelstahltanks bei Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt, und das Wasser dafür kommt aus dem Netz oder aus eigenen Brunnen.

Für Bierfreunde heißt das: Der Boden erklärt weniger den Geschmack einzelner Marken als den Charakter des ganzen Nordens. Wo Granit, Regen und Meeresluft zusammenkommen, entstehen milde, saubere Biere, die zu fettem Essen und warmen Abenden passen. Die kräftigen Aromen überlässt man hier dem Wein.

Dazu im Lexikon

Bier verstehen: GrundlagenPils und Helles
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