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Hefe & Gärung in der Region Gotland

Eine Woche Gärung

Hefe & Gärung

Gotlandsdricka ist ein Ale, also ein obergäriges Bier. Obergärig heißt, dass die Hefe bei Zimmertemperatur arbeitet und sich oben auf der gärenden Flüssigkeit sammelt. Heute nimmt man dafür oft schlichte Bäckerhefe, früher hielten die Höfe ihre eigene Hefe in Gang.

Die Gärung läuft traditionell im Rostbunn, jenem Bottich mit Zapfhahn am Boden. Dort wird zuerst geläutert, dann die Würze zum Gären gebracht. Der Hahn erlaubt es, das Bier abzuzapfen, ohne den Satz aufzurühren.

Die Gärung dauert etwa eine Woche. Danach sollte man das Bier innerhalb von zwei Wochen trinken, denn dricke ist ein junges Getränk. Es wird häufig getrunken, solange es noch arbeitet, also leicht prickelnd und mit süßem Anklang. Einen Lagerkeller wie bei Pils oder Märzen gibt es nicht, Reife ist hier kein Ziel.

Der Alkoholgehalt schwankt stark. Für Gotlandsdricka werden Werte von 3 bis 12 Prozent genannt, üblich sind 4 bis 5 Prozent. Das hängt davon ab, wie viel Malz und Zucker der Brauer in den Ansatz gibt und wie lange die Hefe arbeitet.

Bei Gotlands Bryggeri in Visby sieht die Gärung anders aus: Dort stehen zwei Kupferkessel und zwei Braumeister, und die Sude werden nach Brauereiart geführt. Der Rostbunn bleibt den Hausbrauern, die jeden Herbst bei der Weltmeisterschaft im Süden der Insel gegeneinander antreten. Das Bier der Insel hat also zwei Gesichter, das der Höfe und das der Stadtbrauerei.

Dazu im Lexikon

Lager und Ale im VergleichBier verstehen: Grundlagen
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