
Dricke und Sahti
Bierstile
Gotlandsdricka lässt sich schwer in ein Stilraster pressen. Es ist ein Haus- und Bauernbier, das der finnische Sahti und das norwegische Maltøl als Verwandte hat. Alle drei verbinden Malz mit Wacholder und kommen ohne die Hopfenbittere eines Pils aus.
Der Geschmack ist rauchig, bitter-süß, vollmundig und würzig mit deutlichem Wacholder. Der Rauch kommt aus dem Malz, die Süße aus unvergorenem Malzzucker und Zucker im Ansatz, die Herbe aus dem Wacholder. Anders als bei einem Bamberger Rauchbier steht der Rauch also nicht allein im Mittelpunkt.
Weil es keine eigene Stilnorm gibt, zeigt der Steckbrief unten den Sahti als Vergleich. Er gehört bei den Bierrichtern zu den historischen Stilen und ist das Bier, das der Gotlandsdricka am nächsten steht. Aber Vorsicht: Sahti ist deutlich stärker. Die Spanne von 7 bis 11 Prozent Alkohol liegt über dem, was auf Gotland üblich ist, nämlich meist 4 bis 5 Prozent.
Auch die Rechtslage ist verschieden. Sahti hat als garantiert traditionelle Spezialität in der EU einen Verfahrensschutz, Gotlandsdricka dagegen steht nicht im EU-Register. Der Name beschreibt eine Tradition und keine geschützte Rezeptur.
Die Brauerei Gotlands Bryggeri in Visby bringt eigene Stile auf den Markt, darunter das Wisby Klosteröl und den Wisby Stout. Sie gehören zum Brauereisortiment der Insel, sind aber keine Gotlandsdricka. Wer den Stil kennenlernen will, sollte deshalb zuerst die Beschreibung der Hausbrauer lesen und erst danach ein Glas aus der Stadtbrauerei vergleichen.
Sahti (Vergleichsstil)obergärig
- Stammwürze
- 18,4–28,1 °P
- Alkohol
- 7–11 % vol
- Bittere
- 0–15 IBU
- Farbe
- 8–43 EBC
Finnischer Verwandter mit Wacholder, wenig Hopfen. Für Gotlandsdricka gibt es keine BJCP-Norm.