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Hopfen in der Region Gotland

Wacholder vor Hopfen

Hopfen

Der Wacholder ist der eigentliche Würzer der Gotlandsdricka, der Hopfen spielt die zweite Geige. Als Hopfen im 13. Jahrhundert nach Skandinavien kam, wurde er in die Rezepte aufgenommen, aber in kleinen Mengen. Die Beschreibung des schwedischen Heimbrauerverbands nennt die Hopfengabe sehr niedrig.

Dabei verwendet man vom Wacholder Zweige und Beeren. Die Zweige liegen im Rostbunn als Filter, die Beeren und Nadeln geben Harzigkeit und eine leicht herbe Würze ab. Diese herbe Note ersetzt zum Teil, was anderswo der Hopfen mitbringt: einen Gegenpol zur Süße des Malzes.

Ursprünglich lief alles auf dem Hof zusammen. Die Bauern mälzten ihr eigenes Getreide, zogen ihren eigenen Hopfen und hielten ihre eigene Hefe. Zahlen zu Anbauflächen oder Sorten auf Gotland gibt es in der Überlieferung nicht, und eine Hopfenlandschaft wie die Hallertau kennt die Insel nicht.

Bittere misst man in IBU, einer Skala für die Bitterstoffe im Bier. Ein Pils liegt je nach Stilnorm oft bei 22 bis 40 IBU, ein Sahti, der engste Verwandte der Gotlandsdricka, bei 0 bis 15. Für Gotlandsdricka gibt es keine amtliche Norm, aber der Geschmack ist beschrieben: bitter-süß, vollmundig, würzig, mit deutlich spürbarem Wacholder.

Wer ein Bier von Gotlands Bryggeri trinkt, etwa das Wisby Klosteröl, schmeckt dagegen die Bittere, die man von einem Brauereibier erwartet. Beim dricke dagegen kommt die Herbheit aus dem Wacholder, nicht aus der Dolde. Wer beide nebeneinander probiert, merkt den Unterschied schon beim ersten Schluck: hier die klare, saubere Bittere, dort Harz, Rauch und eine Süße, die nachklingt.

Dazu im Lexikon

Malz und Hopfen im ZusammenspielBier verkosten: Aroma und Bittere
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