
Pulpo und Empanada
Essen & Bierkultur
Was isst man zu Bier in Galicien? Vor allem Pulpo á feira, auf Galicisch polbo á feira, wörtlich Oktopus nach Jahrmarktsart. Der Tintenfisch wird im Kupfertopf gekocht, dann in Scheiben geschnitten, mit Olivenöl, grobem Salz und Paprikapulver bestreut und auf einem Holzteller serviert. Dazu gibt es gekochte Kartoffeln, die cachelos.
Gekocht wird er traditionell von Frauen, den polbeiras, auf Festen, Märkten und Wallfahrten. Als es weniger solche Märkte gab, entstanden überall in Galicien die Pulperías, Lokale, die sich auf Oktopus spezialisiert haben. Das salzige, leicht scharfe Gericht verlangt nach etwas Kaltem, und das helle, milde Lager löscht den Paprika, ohne den Geschmack zu überdecken.
Dazu passen die Empanada gallega, eine große Teigtasche mit Füllung etwa aus Thunfisch oder Fleisch, und die Pimientos de Padrón. Bei den kleinen grünen Paprika sind einige scharf, andere mild, ein Glücksspiel am Tisch. Im Winter und zum Karneval kommt Lacón con grelos auf den Tisch, gekochte Schweineschulter mit Rübengrün.
O Carballiño in der Provinz Ourense gilt als Hauptstadt des Pulpo und feiert jedes Jahr ein Fest dafür. Estrella Galicia hat dem Gericht 2024 sogar ein eigenes Bier gewidmet, in das Kartoffeln, Oktopus und Paprika eingingen, eine limitierte Ausgabe. In der Bar bleibt man bei der caña und teilt die Teller. Das Bier gehört dazu, nicht ins Zentrum. Zum Abschluss folgt oft ein Stück Tarta de Santiago, ein Mandelkuchen, der in Santiago de Compostela zu Hause ist.