
Kalt und lang
Hefe & Gärung
Ob Estrella Galicia ein Lager ist, sieht man an der Hefe. Lager heißt untergärig: Die Hefe arbeitet bei niedrigen Temperaturen, meist zwischen etwa 8 und 12 Grad, und sinkt am Ende der Gärung auf den Tankboden. Das Ergebnis ist ein sauberes Bier ohne fruchtige Nebentöne, bei dem Malz und Hopfen die Hauptrolle haben. Die Hefe verwandelt dabei den Zucker der Würze in Alkohol und Kohlensäure. Bei Lagerbier dauert die Hauptgärung meist gut eine Woche, und die Tanks werden gekühlt, weil die Gärung selbst Wärme erzeugt.
Die Lagerhefe ist ein Hybrid aus zwei Hefearten, aus der gewöhnlichen Bierhefe und einer wilden Hefe, die 2011 in Patagonien beschrieben wurde. Als reine Kultur isolierte sie 1883 Emil Christian Hansen im Carlsberg-Labor in Kopenhagen. Welchen Stamm Hijos de Rivera einsetzt, gibt die Brauerei nicht bekannt.
Nach der Hauptgärung kommt die Reifung bei Temperaturen nahe null Grad. Das Bier lagert dabei über Wochen, daher der Name: Lager bedeutet im Deutschen Lagerbier, also gelagertes Bier. Unfertige Aromen wie Butterton bauen sich in dieser Zeit ab, die Hefe setzt sich, das Bier wird klar. Auch die Kohlensäure bindet sich in der Kälte besser im Bier, deshalb perlt es später feiner.
Die 1906 Reserva Especial bekommt nach Herstellerangaben eine der längsten Reifezeiten unter den Lagerbieren. Mehr Stammwürze und mehr Alkohol brauchen mehr Zeit, bis sie harmonisch wirken. Gebraut wird sie im Werk in A Coruña.