
Gerste vom Hochland
Malz & Getreide
Aus welchem Malz wird das Bier in Barcelona gebraut? Meist aus heller Gerste. Spanien gehört zu den großen Gerstenanbauern Europas, und das Getreide wächst vor allem im Landesinneren, etwa in Kastilien und Aragón. Von dort kommt die Braugerste zu den Mälzereien, die sie keimen lässt und im Ofen darrt, also trocknet.
Für ein helles Lager nimmt man schwach gedarrtes Pilsner Malz. Es gibt dem Bier die Farbe von Stroh, einen Hauch Brotkruste und genug Süße, um die Bittere des Hopfens auszugleichen. Starke Röstaromen sind hier unerwünscht, das Bier soll im Glas klar und blass bleiben.
Interessanter wird es beim Estrella Damm Inedit, das die Brauerei zusammen mit dem Spitzenkoch Ferran Adrià vom Restaurant El Bulli entwickelte. Es besteht nach Angaben der Brauerei aus zwei Bieren: einem klassischen Gerstenmalzbier und einem Weizenbier, das mit Gewürzen gebraut wird. Das Weizenbier folgt dem Stil des belgischen Witbiers, für das ein Teil des Weizens ungemälzt bleibt.
Eine Besonderheit ist auch Daura. Dieses Bier der Marke Damm ist aus Gerstenmalz gebraut, nicht aus Sorghum oder Reis wie viele andere glutenfreie Biere. Ein eigenes Verfahren der Brauerei baut das Gluten ab, nach Herstellerangabe auf weniger als 3 ppm, also drei Teile pro Million.
In der Craft-Szene kommen weitere Zutaten dazu. Für trübe, saftige Hazy IPA mischen Brauer gern Weizen und Haferflocken in die Schüttung, damit das Bier weich und dicht wird. Das Malz stammt dabei meist aus Spanien oder wird aus anderen europäischen Ländern geliefert.