
Sierra und Hochebene
Wasser & Boden
Woher kommt das Wasser für Madrider Bier? Die Stadt liegt auf rund 650 Metern Höhe auf der kastilischen Hochebene, und ihr Trinkwasser stammt zum großen Teil aus Stauseen in der Sierra de Guadarrama, die im Norden als Gebirgskette über der Stadt steht. Der Versorger heißt Canal de Isabel II und ist seit 1851 für die Wasserversorgung der Stadt zuständig.
Das Wasser aus dem Granitgebirge gilt als weich. Es enthält wenig gelöste Mineralien, und für ein helles Lager ist das günstig, denn harte Karbonate würden die Bittere des Hopfens im Mund schärfer wirken lassen. Wie weich das Wasser jeder einzelnen Brauerei am Ende ist, hängt davon ab, wie sie es aufbereitet.
Über den Boden der Stadt lässt sich für das Bier wenig sagen, denn Madrider Bier wächst nicht aus der Landschaft. Die Zutaten kommen von weit her, und die Brauereien arbeiten mit Wasser, das sie nach Bedarf aufbereiten. Mahou braut heute unter anderem in Alovera in der Provinz Guadalajara, nordöstlich der Hauptstadt.
Wichtiger ist das Klima. Madrid hat sehr heiße Sommer und kalte, klare Winter, weil die Hochebene weit vom Meer entfernt liegt. Im Juli zeigt das Thermometer am Nachmittag oft über 30 Grad, und genau dafür ist die Caña gemacht: ein kleines Glas, das kalt bleibt, solange es getrunken wird, und danach durch ein frisch gezapftes ersetzt wird.
Dass die Stadt ihr Lagerbier gern mit Eis und Kälte verbindet, hat also einen handfesten Grund. Ein Bier, das in der Mittagshitze lauwarm wird, schmeckt matt, egal wie gut gebraut es ist.