
Quelle am Berg
Wasser & Boden
Warum steht eine Brauerei ausgerechnet in Newlands? Die Antwort heißt Newlands Spring. Die Quelle entspringt am Hang des Tafelbergs, und das Wasser läuft durch Rohre direkt zur Brauerei. Früher nahm man Flusswasser aus dem Liesbeek, dann ließ Ohlsson das Bier mit dem Quellwasser brauen.
Der Berg selbst besteht aus hartem Sandstein. Regen und Nebel, die der Südostwind gegen die Felswand drückt, sickern durch das Gestein und kommen weiter unten als Quellwasser wieder heraus. Verlässliche Werte für Härte oder Mineralien nennen wir hier nicht, sie schwanken mit Jahreszeit und Messstelle. Wie überall braut man heute ohnehin mit aufbereitetem Wasser, damit jeder Sud gleich schmeckt.
Berühmt wurde die Quelle noch einmal im Dürrejahr 2018, als Kapstadt vor dem „Day Zero“ stand, dem Tag, an dem die Wasserhähne trocken bleiben sollten. Die Brauerei füllte damals Flaschen mit Quellwasser statt mit Bier. Seit 2011 gibt es außerdem einen öffentlichen Zapfpunkt am Überlauf der Quelle, an dem Leute aus der ganzen Stadt Kanister füllen.
Wasser ist in Kapstadt ein knappes Gut. Die Winterregen im Westkap entscheiden jedes Jahr, ob die Stauseen voll werden, und die Dürre hat die Stadt gelehrt, jeden Liter zu zählen. Das gilt auch für die Brauereien, die große Mengen Wasser für Würze, Reinigung und Kühlung brauchen.
Lagern kann man in Kapstadt im Keller kaum so kühl wie in Franken. Die Sommer sind trocken und warm, im Januar liegen die Tageshöchstwerte oft über 25 Grad. Untergärige Lagerbiere brauchen deshalb Kühlanlagen, wie in den meisten Brauereien der Welt.